5 Strategien für ein erfolgreiches Guerilla SMS Marketing

Guerilla Marketing überrascht. Nicht nur die Konsumenten. Im Grunde genommen, sind selbst die Unternehmer immer wieder überrascht davon, wie effektvoll diese Form des Marketing sein kann. Doch um diesen Schritt überhaupt erst einmal zu gehen, gehört der vermeintliche Mut für Unkonventionelles dazu. Dabei lässt sich eine Guerilla Kampagne wie jede andere auch im Voraus gut planen und wer sein Publikum wirklich versteht, weiß es zu beeindrucken. Eine Guerilla SMS Marketing Strategie vereint zudem spannende Aspekte aus Unternehmersicht: Überschaubares Budget, deutlich definierten Datenschutz im Vergleich zu Social Media und vor allem Effizienz in puncto Erreichbarkeit.

Was hat SMS Guerilla, was Social Media nicht hat?

Ganz klar: Reichweite. Und zwar dann hochwertiger Kundensegmentierung und gezielter Platzierung der Kampagne. Während in Sozialen Netzwerken endlos Ads geschaltet werden, um irgendeine Reaktion der Konsumenten zu ergattern, landet die SMS genau da, wo sie hin gehört. Beim Nutzer, der sich wirklich dafür interessiert. Gerade im Bereich Guerilla Marketing keine leichte Aufgabe. Meistens wissen die Empfänger der Botschaft ja noch nicht einmal, dass sie sich gleich dafür interessieren werden. Das macht dieses Marketing so spannend aber auch so unberechenbar. Dennoch: Wer auf Social Media Plattformen unkonventionelle Strategien ausprobiert, riskiert, dass sich diese in der Vielzahl an Angeboten irgendwo im Sand verlaufen. Auffallen und unwiderstehlich interessant sein, das ist das Ziel vieler. Respekt, denen die es schaffen.

Leider hat auch der große Vorteil der Authentizität in den sozialen Kanälen im Laufe der letzten Jahren stark gelitten. Längst sind die Nutzer gewappnet, dass sich hinter jedem Post, jedem Tutorial und Foto am Ende bloß eine Werbung verbirgt, die etwas verkaufen will.

Im Bereich SMS ist der Überraschungseffekt dagegen noch relativ groß. Vorausgesetzt man stellt es richtig an.

1. Strategie: Die günstige Gelegenheit

Da die Kampagne nicht möglichst endlos viele Kontakte erreichen soll, von denen die Hälfte ohnehin eine unpassende Zielgruppe darstellt, wird die Kontaktdatenbank zunächst bereinigt. Kundensegmentierung, Gruppenverwaltung und Nummernvalidierung gehören zum gehobenen Standard jeder SMS Kampagne. Dadurch werden ungültige Rufnummern aussortiert, Interessengruppen zusammen gefasst und können dementsprechend gezielt angesprochen werden.

Letztlich passt SMS Marketing damit deutlich besser ins Budget. Anbieter wie sms77 bieten Großkunden ab einem gewissen monatlichen Umsatzvolumen sogar vergünstigte Konditionen. Nun liegt es nur noch an der Marketingabteilung die segmentierte Kundengruppe am idealen Touchpoint der Customer Journey abzuholen.

Guerilla Kampagne mit SMS Shortcode
Guerilla Kampagne mit SMS Shortcode
© AdTag Services - The Alchemy Partnership

Das Marktforschungsunternehmen AdTag startete in Singapur mit einer einwöchigen Kampagne, um sich einen Namen zu machen. Menschliche Werbetafel durchstreiften die Straßen und verbreiteten so einen jeweils anderer Shortcode, der per SMS versendet werden sollte. Zu gewinnen gab es täglich Bargeld – berichtet wurde in regionalen und lokalen Medien. Viel aufschlussreicher waren jedoch die über 20.000 eingegangenen SMS, die daraufhin von AdTag ausgewertet werden konnten, um zum Beispiel zu ermitteln, zu welcher Uhrzeit sich wo die meisten Passanten aufhalten und aktiv werden. Dies zählt nämlich zu den Hauptaufgabe des Unternehmens – ebenso wie kostengünstige Werbemaßnahmen. Beides konnte mit dieser Guerilla SMS Kampagne erfolgreich realisiert werden.

2. Strategie: Der richtige Zeitpunkt

Auch ein entscheidender Vorteil im Vergleich zu anderen Werbemaßnahmen: SMS lassen sich auf die Minute genau vorprogrammieren. Per SMS Gateway mit API Anbindung sind die Parameter dazu schnell konfiguriert. Durch das zeitversetzte Senden von SMS lassen sich selbst internationale Kampagnen optimal steuern.

Ebenso kann das Marketing per SMS hervorragend einem bestimmten Ereignis angepasst werden. Im Gegensatz zu Instant Massengern, die vom Internetzugang abhängig sind, kommt es per Funkübertragung so gut wie nie zu Verzögerungen.

Guerilla Kampagne mit SMS via Bluetooth
Guerilla Kampagne mit SMS via Bluetooth
© L´Argus - Agentur Kassius

Das französische Magazin L’Argus verfasst Artikel rund um die Sicherheit und Finanzierung von Fahrzeugen. Als besondere Guerilla-Aktion parkte man an stark befahrenen Straßen Autos, die bis oben hin mit vermeintlich echten Geldscheinen vollgepackt waren. Als Werbebotschaft on top stand: “Stecken Sie nicht all Ihr Geld in Ihr Auto – lesen Sie L´Argus”. Wem das nicht auffällig genug war, der bekam mittels integriertem Bluetooth-Sender direkt auf Handy eine SMS, in der auf die Aktion hingewiesen wurde. Da dies in der Regel vorbei fahrende PKWs betraf, musste die Nachricht rechtzeitig ankommen, bevor entsprechender Wagen womöglich schon vorbei gefahren wäre.

3. Strategie: Die schnelle Nummer

Printprodukte, Außenwerbung, Online Werbemaßnahmen – sie alle müssen erst auf die Aufmerksamkeit der Konsumenten warten. Eine SMS kommt jedoch direkt an, wird sofort angezeigt und in der Regel binnen weniger als 3 Minuten vom Empfänger gelesen. So schnell ist sonst kaum ein Werbekanal. Dank flächendeckender Infrastruktur der Übertragungsnetze bestehen zudem kaum noch sogenannte Funklöcher.

Wer es mit seiner Botschaft also besonders eilig hat, trifft mit der SMS Kampagne eine gute Wahl. Spontane Aktionen sind ebenso möglich wie gut vorbereite, die jedoch sehr schnell verbreitet werden sollen.

Guerilla Kampagne mit SMS und Plakatwerbung
Guerilla Kampagne mit SMS und Plakatwerbung
© TEN Australia - Agentur Marketforce

In Australien setzte der Fernsehsender TEN Australia auf eine Kombination aus Werbeplakat und SMS Kampagne, um die neue Big Brother Staffel zu promoten. Dazu wurden an mehreren Bus Haltestellen Bluetooth-Sender installiert sowie das passende Plakat. Wenn Fahrgäste nun vor Ort auf den Bus warteten und ihr Bluetooth aktiviert war, bekamen sie im selben Moment eine ominöse Botschaft per SMS. Darin schrieb ein anonymer Sender „Ich sehe dich. Du bist an der Bus Haltestelle in der St George Straße vor der Boost Saftbar.“ Schon irgendwie gruselig, oder? Wenige Sekunden später erlöst eine zweite SMS den womöglich ein wenig verunsicherten Passanten von seiner Beklommenheit und bewirbt den Staffelstart. Big Brother is wachting you! wurde hier konzeptgetreu umgesetzt.

4. Strategie: Die Zwei-Wege-Kommunikation

Reaktionen auf die Kampagne sind seitens der Unternehmer nicht nur erwünscht, sondern äußerst wichtig. Jedes Feedback, jede Bewertung, jede Kritik gibt Aufschluss über den Erfolg der Aktion, wie das Image tatsächlich gesehen wird und wie gut die Produkte und Leistungen bei der Zielgruppe ankommen beziehungsweise wo noch verbessert werden muss. Die Zeitungsannonce zum Beispiel wird einfach beiseite gelegt, ohne das der Inserent erfährt, ob die Reaktion positiv, negativ oder völlig desinteressiert war.

In Sozialen Medien gibt es immerhin die Möglichkeit Kommentare zu posten, Likes zu setzen oder Sternchen zu verteilen. Fast noch direkter bietet Two-Way-Messaging Empfängern die Gelegenheit unmittelbar auf die erhaltene Nachricht zu reagieren. Da ihre Antwort nur vom Sender selbst gelesen werden kann und weder von all den anderen Mitgliedern der Facebook-Gruppe noch von der gesamten Öffentlichkeit, werden gewisse Themen ehrlicher angesprochen. Damit erhält das Unternehmen wirklich auswertbare Informationen.

Guerilla Kampagne mit SMS und TV Spot
Guerilla Kampagne mit SMS und TV Spot
© Virgin Mobile

Virgin Mobile, ein australischer Mobilfunkanbieter langweilte TV-Zuschauer absichtlich mit einem überaus stupiden Werbespot. Gezeigt wurde ein klassischer Nerd, der eine Werbetafel hochhält. Eine Woche später wurde selbiger Spot erneut ausgestrahlt, jedoch mit der Entschuldigung, wie eintönig dieser sei und gleichzeitig dem Hinweis auf die Webseite von Virgin Mobile. Dort sollten sich die Zuschauer selbst einen spannenden Spot zurecht schneiden. Zur Auswahl standen mehrere Varianten, die die Entscheidung vereinfachen sollten. Via Hotline konnten zudem Favoriten ausgewählt werden. Das Ergebnis: Ein eher skurriler Auftritt, bei dem bereits bekannter Werbeträger nun im Adamskostüm das Schild hält, von einer Kettensäge schwingenden Nonne bedroht wird und dazu fetzige Disco-Musik ertönt. Sowie rund 60.000 Neukunden für Virgin Mobile.

5. Strategie: Die entspannte Markting-Analyse

Hach, wie schön wenn die SMS Kampagne voll automatisch eingestellt vor sich hin funktioniert. Einmal geschaltet, können sich die Marketing Strategen entspannt zurück lehnen, Daten auswerten und den Erfolg verfolgen. Jede einzelne SMS kann per Delivery Report kontrolliert werden. Hinzu kommen aufschlussreiche Analyse-Tools und grafisch veranschaulichte Statistiken, anhand derer die nächste Kampagne noch gezielter ausgerichtet werden kann.

Guerilla Kampagne mit SMS und LCD-Screen
Guerilla Kampagne mit SMS und LCD-Screen
© Marc Ecko

Marc Ecko ist ein Unternehmen für Markenkleidung, dessen Kundschaft überwiegend mit der HipHop Szene verknüpft ist sowie mit der Graffiti Kultur. Als besondere Werbemaßnahme wurde eine LCD-Leinwand entwickelt, die sich via Bluetooth mit den Smartphones der Passanten verbindet. Per SMS lassen sich solche Verbindungen auf Wunsch verifizieren. Die Konfiguration dazu wird vollautomatisch voreingestellt. Ambitionierte Künstler konnten nun auf ihrem eigenen Gerät Farbe und Sprühkopf auswählen und ihr Motiv auf die Leinwand „sprayen“ beziehungsweise übertragen. Customer Experience mal anders. Ohne dass die Kampagne großer Betreuung bedurfte, erzielte Marc Ecko somit Aufmerksamkeit, besserte das Image auf und stärkte die Kundenbindung.

Viele dieser Strategien behelfen sich mittel Bluetooth oder Wifi-Hotspot. Im Zuge der jüngsten Datenschutzgrundverordnung dürfte so manche Guerilla SMS Kampagne vor großen rechtlichen Herausforderungen stehen, aber deswegen keineswegs vor dem Aus. Die Möglichkeiten und Ideen sind da, der Erfolg unbestritten.

Mit besten Grüßen

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